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Riesscholle - villa rustica - Höhendorf

Der wie alle auf -ingen endende Ortsname geht auf vorfränkische Namensgebung zurück. Eine ausgeprägte Riesscholle hat sich vom Meteoriteneinschlag erhalten. Sie liegt nördlich außerhalb des Ortes und bildet die höchste Erhebung.

 

Frühe Geschichte

Zahlreiche Funde von Gefäßscherben, Steinbeilen, Glasarmringe, Perlen und eines Spinnwirtels belegen durchgehend Siedlungsspuren aus vorgeschichtlicher, der Hallstatt-, verschiedenen Latène- und Jungstein-Zeiten ( 800 - 450 v. Chr.) Aus der Römerzeit ist eine kleine "villa rustica" (3. Jh.) ausgegraben worden. Ein Kaltwasserbad mit Fresken und Ziegelboden sind davon teilweise freigelegt und heute zugänglich.

 

Im Mittelalter

Die mittelalterliche Wüstung "Hettelsberg" südlich des Ortes ist vor kurzem wiederentdeckt worden.

 

Hüssingen gehört im Mittelalter zum Domkapitel Eichstätt, nach der Reformation zum Markgrafentum Ansbach. Im 30jährigen Krieg wird Hüssingen mehrfach heimgesucht und geplündert. Die ohnehin geringe Einwohnerzahl nimmt erheblich ab. Knapp ein Jahrhundert später (1732) kommen in drei Wellen über 160 Salzburger Glaubensflüchtlinge, von denen heute noch etliche Namen zeugen. Sie werden, wie es in der Chronik heißt, alle liebreich empfangen.

 

Das Wappen

Wappenbeschreibung:
Geteilt von silber und rot; oben ein schwarzer Eisenhut, unten ein hersehender goldener Löwe.

 

Wappengeschichte: 
Der goldene sog. "leopardierte" Löwe in rot stammt aus dem alten Klosterwappen von Heidenheim. Das Heroldsbild des sog. Eisenhutes ist dem Stammwappen der Grafen v. Oettingen entnommen.

 

Evang.-Luth. Filialkirche St. Leonhard und Nikolaus

Unter Bischof Otto von Eichstätt wird zwischen 1182 und 1189 eine Kirche geweiht. Bis 1470 gehört Hüssingen zur Parochie Hainsfahrt, wird danach abgetrennt und eigene Pfarrei. Ältester Teil der heutigen Kirche ist der Turm, der 1683 erneuert wird. 1725 folgt die Erweiterung des Langhauses. 1732 wird die erste Orgel aufgestellt.

 

Die sog. Chorturmkirche steht innerhalb der Friedhofsummauerung. Die Innenempore ist nur durch eine Außentreppe erreichbar. Der Altar zeigt ein Holzkreuz mit einer um 1500 entstandenen, lebensgroßen Figur des Gekreuzigten. Die Gemeinde trägt in der Folge regelmäßig und gerne zur Verschönerung der Kirche bei: 1833 wird eine zersprungene Glocke umgegossen, 1874 eine neue Orgel aufgestellt, 1878 werden neue Taufgefäße und ein neuer Taufstein angeschafft, später ein Altarbild und ein herabgestürzter Kronleuchter ersetzt.

 

Hüssingen heute

Von dem Höhendorf genießt man eine herrliche Rundumsicht in alle Richtungen. Der "Jakobus-Pilgerweg III" von Nürnberg nach Santiago de Compostela führt hier weiter über Hainsfahrt nach Oettingen. Spaziergänge lohnen sich zum Hahnenkammsee an der "Villa rustica" vorbei oder nach Steinhart mit Schloß und Judenfriedhof.

(Text: Gerhard Bayerköhler - Heidenheim)