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Frühgeschichte - Römer, Slawen, Alamannen und Franken

Die Ältesten Siedlungsspuren führen in die Jungsteinzeit.Um 90 n. Chr. erschließen die Römer den hiesigen Raum mit einer Verbindungsstraße von der Wörnitzfurt bei Oettingen zum wichtigen Kastell "Medianis" bei Gnotzheim. Nach dem Fall des Limes im 3. Jh. dringen von Norden neue Bewohner nach. Ausgrabungen belegen, daß sowohl Slawen (Wenden) als auch Alamannen siedeln. Ab dem 5. und 6. Jahrhundert übernehmen Franken die politische Führung. Um 750 wird Ostheim erstmals namentlich erwähnt. Um 800 gehört Ostheim zusammen mit Westheim und Geilsheim zu einer Königsmark Karls des Großen.

 

Das Mittelalter - örtlicher Adel

Ab Mitte des 12. Jahrhunderts ist ein örtlicher Adel bekannt. Es folgen die reichsritterschaftlichen Herren von Rechenberg, die oberhalb Ostheims auf dem Rechenberg eine Burg errichten und Truchsesse der benachbarten Grafen von Truhendingen sind. Nach dem Aussterben der Rechenberger geht der Besitz an die Markgrafen von Ansbach. Die Burg verfällt. Heute sind ihre Fundamente und Gräben von Wald überwuchert.

 

Der Bauernkrieg von 1525

Berühmt wird Ostheim im Bauernkrieg durch die Schlacht am 7. Mai 1525, als 8000 aufstöndische Bauern von Ries und Hesselberg nach der Plünderung des Klosters Auhausen zum Kloster Heidenheim weiterziehen wollen. Sie werden aber von den gut organisierten Soldaten des Ansbacher Markgrafen Kasimir besiegt.

 

Exulanten aus Österreich

Nach dem Dreißigjährigen Krieg ist Ostheim nahezu entvölkert.

Später siedeln sich lutherische Exulanten aus dem österreichischen "Ländlein ob und nied der Enns" an. Von den über hundert Zuwanderern zeugen heute noch viele Familiennamen.

 

Das Wappen

Wappenbeschreibung:
In Rot über grünem Dreiberg ein golden aufrecht stehender Rechen.

 

Wappengeschichte:

Der Ort gelangte an die Herren von Rechenberg, die auf dem Rechenberg bei Ostheim ihre Burg hatten. Der "redende Rechen" war das Wappenbild dieses Adels.

 

Pfarrkirche St. Maria - wertvolle Epitaphe

In Ortsmitte steht die Pfarrkirche St. Maria, eine sog. Chorturmkirche aus dem 14. Jahrhundert mit wuchtigem Turm und buntglasiertem Ziegeldach. In ihr finden sich etliche Kunstwerke, u. a. ein spätgotisches Kruzifix, mehrere bedeutende Zeugnisse der Sepulkralkunst (Epitaphe und Grabplatten) sowie Wandmalereien.

 

Besonders wertvoll sind die Epitaphe des berühmten Eichstätter Bildhauers Loy Hering und bemerkenswert ist auch ein Grabstein der Familie Bürklein, Nachfahren zweier bedeutender Architekten, die u. a. das Maximilianeum in München erbauen und den neomaurischen Synagogenstil entwickeln (Landsynagogen in Heidenheim und Hainsfahrt, Stadtsynagogen München, Berlin). 1986 verursacht ein Brand große Schäden an der Kirche, wobei leider auch beide Glocken aus dem 14. und 16. Jahrhundert zerschmelzen.

 

Erzgruben

Mitte des 19. Jahrhunderts wird oberhalb am Westhang des Rechenbergs Eisenerz abgebaut, das bis nach Sonthofen transportiert wird. Jetzt erinnert lediglich ein kleiner Eingang an ein einst weit verzweigtes Netz von Stollen und Querschlägen.

 

Ostheim heute

Ostheim wird durchzogen von der Bundesstraße 466, einer wichtigen Handelsstraße von Nürnberg nach Ulm, bzw. Stuttgart mit ähnlichem Straßenverlauf wie die "via regia", die Königsstraße, zu Römerzeiten um 100 n. Chr.

 

Die Wanderwege "Rhein-Main-Donau-Karpaten" und "Altmühl-Wörnitz" führen durch den Ort.

 

Heute präsentiert sich der Ort als ein stolzes und selbstbewußtes Dorf, geprägt von stattlichen Bauernhäusern, bei denen besonders Zierfriese zwischen den Geschossen auffallen.

 

Ostheim hat beim Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" 1987 eine Bronze-Medaille erhalten.

 

Im Jahr 2009 wurde Ostheim zum Bioenergiedorf - weitere Informationen unter: www.bioenergiedorf-ostheim.de

 

(Text: Gerhard Bayerköhler - Heidenheim)